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Arbeitskreis “Sucht” traf sich in Mayen


Viele Kunden der ARGE Mayen-Koblenz haben Probleme, die einer Vermittlung in Arbeit im Weg stehen, weiß Christoph Kretschmer, Leiter des „MYKnetz“ der ARGE Mayen-Koblenz. Darunter gibt es auch einige Kunden, die Alkohol- oder allgemein Suchtprobleme haben. „Bevor wir mit unseren Bemühungen starten, diesen Menschen einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu vermitteln, müssen wir uns erst einmal um diese Probleme kümmern.“ Daher wurde 2005 mit ausdrücklicher Unterstützung von ARGE-Geschäftsführer Rolf Koch der „Arbeitskreis Sucht“ gegründet.

Entsprechend der Intention des MYKnetzes arbeitet auch dieser Arbeitskreis an der gezielten Vernetzung der sozialen Systeme, Institutionen und Hilfsangebote innerhalb des Landkreises Mayen-Koblenz. Wie sehr es den Netzwerkern innerhalb der letzten Jahre gelang, die Anbieter im großen Themenbereich „Sucht“ zu vernetzen, zeigte sich eindrucksvoll in Mayen mit der großen Zahl der interessierten Mitstreiter. Fachleute verschiedener Kliniken aus dem Kreisgebiet, aus Therapiezentren, von Caritas und der Arbeiterwohlfahrt, von Therapie- und Suchtberatungen sowie der ARGE stehen in ständigem Kontakt, sei es bei Treffen, telefonisch oder mit Hilfe digitaler Medien, über die aktuell ausführlich über Neuigkeiten informiert wird.

2010 stand insbesondere das Thema „Alkohol“ im Fokus des Arbeitskreises. Die Mitglieder informieren bei den Treffen wie jetzt in Mayen über die aktuellsten Neuerungen in ihren Bereichen und können so das Netzwerk auf den aktuellsten Stand bringen. Beispielsweise kooperiert die ARGE Mayen-Koblenz künftig mit der Rhein-Mosel-Fachklinik. Das gibt den Netzwerkern die Möglichkeit, „früher an den Menschen“ zu sein, ist Christoph Kretschmer sicher. Mit dem nahenden Ablauf des Jahres ist er überzeugt, dass man „viel bewegt“ hat, was das gesamte Thema Alkohol angeht.

Sinn des Netzwerks ist, Betroffenen ganz individuell schnell die nötige Hilfe geben zu können. Wer besondere Beratung braucht, wer eine Therapie benötigt, wer im Anschluss an eine Therapie betreut werden muss, wer darüber hinaus Hilfe nötig hat, findet in einem Netzwerker den richtigen Ansprechpartner, weil dieser durch seine umfangreichen Kontakte, die richtige Stelle, den richtigen Fachmann findet. Hier zeigt sich, was das „MYKnetz“ der ARGE Mayen-Koblenz insgesamt leistet: Fachleute verschiedenster Einrichtungen und Dienste arbeiten nicht nebeneinander her, sondern Hand in Hand. Erkennt das Netzwerk, wo darüber hinaus Bedarf besteht, werden Produkte aus dem Netzwerk heraus entwickelt, erläutert Kretschmer.

Der „Arbeitskreis Sucht“ muss sich jedoch nicht nur mit alkoholkranken Menschen beschäftigen – das Thema ist weit größer. Harte Drogen spielen natürlich eine ebenfalls große Rolle. Ingo Brennberger, Drogenbeauftragter der Landesregierung, führte den Arbeitskreismitgliedern aus, dass zudem das Thema „Spielsucht“ zum Aufgabenfeld des Fachreferats gehört und aktuell einen Schwerpunkt bildet. Das Land fördert 44 Suchtberatungsstellen mit 17 Außenstellen sowie zahlreiche Projekte der Suchtprävention und der beruflichen Integration suchtkranker Menschen. Die komplexen Probleme suchtkranker Menschen (Überschuldung, Arbeitslosigkeit und gesundheitliche Probleme) erfordern eine enge Abstimmung der verschiedenen Fachdienste. Durch das Bundes- und Landesmodellprojekt „Faire“ wurde die Verbesserung der Arbeitsmarktintegration suchtkranker Menschen erprobt. Die Ergebnisse zeigen die Notwendigkeit einer verbindlichen Kooperation zwischen der Suchtkrankenhilfe und den ARGEn beziehungsweise Agenturen für Arbeit. Der „Arbeitskreis Sucht“ von MYKnetz ist ein gutes Beispiel gelungener Zusammenarbeit.

Noch in diesem Jahr treffen sich die Mitglieder des Arbeitskreises Sucht ein weiteres Mal. Dann soll unter anderem über ein Positionspapier abgestimmt werden. Anhand von fünf Thesen sollen Empfehlungen aufgestellt werden, wie Behördenmitarbeiter und Behörden sich aufstellen sollten, wenn sie mit Menschen arbeiten, die Alkoholprobleme haben. Die Netzwerker wollen schließlich in allen relevanten Punkten auf einem Stand sein, um auch weiterhin den Betroffenen die Hilfe anbieten zu können, die sie tatsächlich benötigen.