Schnellkontakt 

J. Courtial, 
Dr. A. Courtial

Suchtmedizinische Grundversorgung

 

Ärztliche Suchtambulanz Neuwied

Hermannstraße 46
56564 Neuwied
Tel.: 02631 - 944 704
Fax.: 02631 - 954 7955
Email: info@aerztliche-suchtambulanz.de

Ärztliche Suchtambulanz Koblenz

Markenbildchenweg 17–19
56068 Koblenz
Tel.: 0261 - 92178 464
Fax.: 0261 - 92178 465

Email: info@aerztliche-suchtambulanz.de

 

Methadonpraxis öffnet in Koblenz

Sie haben jahrelang harte Drogen genommen. Viele von ihnen haben sich in den finanziellen Ruin getrieben, haben geklaut, gedealt, sich prostituiert. Die Drogenersatztherapie mit Methadon und anderen Präparaten eröffnet ihnen den Weg zurück in ein (fast) normales Leben.

Am 19. Juli wird nun auch in Koblenz eine Substitutionspraxis eröffnet, in der Patienten ihren Ersatzstoff bekommen. Eine „Außenstelle“ der Neuwieder Suchtambulanz zieht in Praxisräume im Markenbildchenweg 17–19 ein. „Von unseren mehr als 200 Patienten in Neuwied sind sicher 70 oder 80 aus Koblenz, das war jetzt einfach sinnvoll, das Angebot auch hier zu machen“, sagt Dr. Stefanie Schmitz. Gemeinsam mit dem Arztehepaar Dr. Angela und Joachim Courtial wird die Praxis aufgebaut.

Die Patienten bekommen nach eingehenden Voruntersuchungen Medikamente, die die Entzugssymptome von Heroin verhindern. Die Medikamente nehmen sie täglich unter Aufsicht in der Praxis ein, sieben Tage in der Woche. „Sie kommen raus aus dem ewigen Drogenkreislauf, der nur daraus besteht, Geld aufzutreiben und dann wieder Drogen zu nehmen“, beschreibt die Ärztin das Ziel. „Dadurch können sie wieder anfangen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.“ Auf die Medikamentengabe beschränken sich die Suchttherapeuten nicht: In regelmäßigen Fallbesprechungen sind sie in Kontakt mit Drogenberatungsstellen, Arge, Agentur für Arbeit und allen Institutionen, die mitarbeiten können, damit die ehemaligen Junkies im Idealfall sogar wieder ganz drogenfrei leben können.

„Das ist ein harter Weg“, sagt Joachim Courtial, der seit 1989 in seiner Hausarztpraxis in Höhr-Grenzhausen Methadonpatienten behandelt und sich vor zwei Jahren entschied, in Neuwied eine reine Suchtambulanz aufzubauen, die jetzt schon wieder viel zu klein für die vielen Patienten ist. „Man muss die Sucht verstehen, um zu wissen, wie schwer es ist, sie aufzugeben.“ Er verweist auf einen Abschiedsbrief an die Droge, in dem Anna schreibt: „Du warst immer da, wenn ich dich gebraucht habe. Du warst alles für mich – mein Freund, meine Mutter, meine beste Freundin. Aber du hast mich auch zerstört. Ich habe Sachen getan, die ich niemals nüchtern tun würde. Und das möchte ich nicht mehr. Deshalb schicke ich dich zum Teufel.“